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Pfarreiengemeinschaft TauberGau

 
Wallfahrten
Sternwallfahrt 2019

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In dieser Zeit ist es wichtig und gut, dass wir unsere Sorgen vor Gott im Gebet bringen können. Die Kirchen sind für Beter(innen) geöffnet. Gebetstexte zum Herunterladen finden Sie auch im Internet unter: https://liturgie.bistum-wuerzburg.de/corona/materialien-wue 

Hier finden Sie eine Übersicht der Messen, die im Fersehen und Internet angeboten werden: Messen_TV_Internet.pdf

Geistlicher Impuls

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Verurteilen

Abbas Poimen, einer der bekanntesten und hochgeachtesten christlichen Mönche in der Spätantike, der auch als Heiliger verehrt wird, sagte einmal: „Verachte niemanden, verurteile niemanden, verleumde niemanden“. Ein Satz, der in unserer aktuellen Lebenssituation höchst brisant und aktuell ist.

Als ich diesen Satz vor vielen Jahren das erste Mal las und darüber nachdachte, da erschrak ich ziemlich. Wie schnell und leicht be- und verurteilt man jeden Tag Menschen, über die man sich ärgert oder sogar empört, weil sie dies oder das gesagt oder getan haben. Das fällt einem gar nicht wirklich auf außer es sind heftige Aufreger dabei. Im Verurteilen sind wir meist sehr schnell und natürlich auch von der Richtigkeit überzeugt. Dass das nur eine mögliche Perspektive ist und dass wir vielleicht nicht alle Zusammenhänge wissen und wissen können, ist dabei meist ohne Belang, leider. Jeder meint, dass so wie er denkt und fühlt alles richtig und logisch ist und was ich als nicht so wichtig und nicht richtig erachte automatisch auch für meinen Gegenüber so sein muss. Wir tun dies, obwohl wir genau wissen, dass das gar nicht so sein kann und es viele Wahrheiten gibt, die nebeneinander existieren. Niemand kann genau wissen, was und wie ich fühle.

Bei einem Trauergespräch vor ca. acht Jahren sagte mir die Familie des Verstorbenen, dass es sehr auffällig war, dass der Verstorbene nie über jemanden schlecht geredet habe. Das kommt offensichtlich sehr selten vor. Als Christen sollen wir ja immer an das Gute im Menschen glauben und unseren Nächsten respektieren und lieben. Dazu muss und darf man sich natürlich nicht verbiegen, denn meinen Nächsten soll ich ja so lieben wie mich selbst auch. Aber der Versuch vorurteilsfrei zuzuhören, zu hinterfragen, zu verstehen und auch andere Meinungen und Wahrheiten zu achten, auch wenn wir sie nicht teilen, sollte immer an erster Stelle stehen und nicht das Verurteilen. Mutter Theresa sagte dazu einmal treffend: „Wenn du Menschen verurteilst, hast du keine Zeit, sie zu lieben!“

Ihr Diakon Winfried Langlouis

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